Subutex ist ein Medikament mit dem Wirkstoff Buprenorphin, das vor allem in der Behandlung der Opioidabhängigkeit eingesetzt wird. Es gehört zur Gruppe der partiellen Opioid-Agonisten und dient dazu, Entzugssymptome zu lindern und das Verlangen nach Opioiden zu verringern.
Im Vergleich zu Vollagonisten wie Morphin oder Heroin besitzt Buprenorphin eine geringere Missbrauchs- und Abhängigkeitspotenz, was Subutex zu einem wichtigen Bestandteil der Substitutionsbehandlung macht.
Subutex wird meist als Tablette zur sublingualen (unter der Zunge) Anwendung verabreicht.
Wirkstoff: Buprenorphin
Chemische Klasse: Partieller µ-Opioidrezeptor-Agonist
Summenformel: C29H41NO4
Molekulargewicht: 467,65 g/mol
Darreichungsform:
Sublinguale Tabletten (üblicherweise 2 mg oder 8 mg Buprenorphin)
Pharmakokinetik:
Gute sublinguale Bioverfügbarkeit (etwa 30–50 %)
Wirkungseintritt nach ca. 30–60 Minuten
Halbwertszeit: ca. 24–42 Stunden (langanhaltende Wirkung)
Metabolisierung in der Leber (hauptsächlich CYP3A4)
Ausscheidung über den Stuhl und Urin
Subutex wird vor allem verwendet zur:
Behandlung der Opioidabhängigkeit im Rahmen einer Substitutions- oder Erhaltungstherapie
Verhinderung von Entzugssymptomen bei Opioidentzug
Reduzierung des Verlangens nach illegalen Opioiden
Das Medikament wird als Teil eines umfassenden Therapieprogramms eingesetzt, das auch psychosoziale Betreuung umfasst.
Buprenorphin wirkt als partieller Agonist an den µ-Opioidrezeptoren, was bedeutet, dass es diese Rezeptoren aktiviert, aber weniger stark als Vollagonisten wie Morphin. Diese Eigenschaft reduziert Entzugssymptome und Verlangen, ohne eine starke Euphorie zu erzeugen, die Missbrauch fördert.
Zudem besitzt Buprenorphin eine antagonistische Wirkung an den κ-Opioidrezeptoren, was zusätzliche therapeutische Effekte haben kann.
Die lange Halbwertszeit ermöglicht eine einmal tägliche oder weniger häufige Einnahme.
Die Dosierung von Subutex wird individuell durch den Arzt bestimmt.
Beginn mit 2 mg bis 4 mg sublingual am ersten Tag der Behandlung
Dosisanpassung bis zu einer Erhaltungsdosis von meist 8 mg bis 24 mg pro Tag
Tabletten werden unter die Zunge gelegt und dort aufgelöst, nicht geschluckt
Die Einnahme erfolgt meist einmal täglich, gelegentlich auch seltener
Subutex kann verschiedene Nebenwirkungen verursachen:
Kopfschmerzen
Schwitzen
Verstopfung
Übelkeit
Schläfrigkeit und Müdigkeit
Mundtrockenheit
Atemdepression (besonders bei gleichzeitiger Einnahme anderer zentral dämpfender Substanzen)
Allergische Reaktionen
Stimmungsveränderungen
Abhängigkeit und Entzugssymptome bei abruptem Absetzen
Subutex darf nicht zusammen mit Alkohol oder anderen zentral dämpfenden Mitteln eingenommen werden, da dies die Atemdepression verstärken kann.
Vorsicht bei Leber- oder Nierenfunktionsstörungen.
Die Einnahme bei Patienten mit schweren Atemwegserkrankungen sollte nur unter strenger ärztlicher Überwachung erfolgen.
Abrupter Entzug kann zu starken Entzugssymptomen führen; ein langsames Ausschleichen ist notwendig.
Nicht geeignet für die Behandlung von akuten Schmerzen oder zur Schmerztherapie.
Subutex kann Wechselwirkungen mit verschiedenen Medikamenten eingehen, darunter:
Andere Opioide oder zentral dämpfende Substanzen (Benzodiazepine, Barbiturate)
Alkohol
Medikamente, die die Leberenzyme CYP3A4 beeinflussen
MAO-Hemmer
Psychopharmaka
Subutex ist ein wichtiges Medikament in der Behandlung der Opioidabhängigkeit, das durch seine partielle Agonistenwirkung eine wirksame und sicherere Substitutionsbehandlung ermöglicht. Die sublinguale Einnahme und die lange Wirkungsdauer unterstützen eine einfache und effektive Therapie. Dennoch erfordert die Anwendung eine sorgfältige medizinische Überwachung, um Risiken wie Atemdepression oder Abhängigkeit zu minimieren.
Alle 2 Ergebnisse werden angezeigt

